So transportieren Sie Pakete auf dem Rad
Nicht alle Pakete passen auf den Gepäckträger oder in eine Satteltasche. Trotzdem braucht man kein Lastenrad, um von der Packstation bequem nach Hause zu radeln: Mit speziellen Halterungen soll man auch auf einem herkömmlichen Zweirad große Pakete transportieren können. Sogar Werkzeugkoffer und sperrige Musikinstrumente finden mit manchen Modellen einen Platz.
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Wir haben vier Konstruktionen für Sperrgepäck getestet, die am Gepäckträger befestigt werden. Die Vaude Free Cargo, die Exo Easy und Exo Max von Red Rebane und die Vaude Urban Cargo sind multifunktional: Sie können neben dem sperrigen Transportgut auch Taschen aufnehmen, die man für Einkäufe oder Fahrten zum Sportverein nutzt. Damit sind sie eine Alternative zur klassischen Gepäckträgertasche. Das maximale Gewicht der Lasten gibt die Halterung für den Gepäckträger vor: Bei Vaude sind es jeweils 12,5 Kilogramm, bei den Exo-Modellen 10 Kilogramm.
Die maximale Traglast des fünften Produkts im Test hängt von Ihrer Rückenmuskulatur ab: Mit dem Gurtsystem Pikapak schnallen Sie Kartons wie einen Rucksack auf den Rücken.
Die Free Cargo von Vaude ist die unkomplizierteste Lösung: Sie dient als Gepäckträgertasche und wird bei Bedarf kurzerhand zum Gepäcktransport umfunktioniert. Für größere und unhandliche Lasten einsetzbar ist die Exo Max von Red Rebane. Geht es nur um kurze Fahrten zur Packstation, dann sollte man sich den Pikapak anschauen.
Diese Transportlösungen haben wir getestet:
Vaude Free Cargo, Herstellerpreis: 130 Euro.
Red Rebane Exo Easy und Exo Max, Herstellerpreis: 99 bis 238 Euro.
Pikapak, Herstellerpreis: 29 bis 39,90 Euro.
Vaude Urban Cargo, Herstellerpreis: 120 Euro.
Vaude Free Cargo

Auf den ersten Blick ist die Free Cargo eine übliche Gepäckträgertasche: Sie wird mit Vaudes Taschenträgersystem am Gepäckträger eingehängt und fasst in ihrer Haupttasche 23 Liter Gepäck. Sie ist wasserdicht, hat zwei flache Taschen im Inlay, keine Polsterung, und ein Notebook passt rein.
Zum Lastenträger wird die Free Cargo durch die große Lasche an der Front. Das funktioniert nur, wenn die Tasche leer ist und platt gedrückt werden kann. Dann passen Kartons oder andere klobige Gegenstände in die Lasche, gesichert werden diese mit fünf verstellbaren Gurten. Die Spannung der Gurte wird mit Klemmen hergestellt, die aber schwer zu schließen sind. Ein Karton in der Größe 49 × 39 × 14 Zentimeter passte gut hinein. Auch ein großer Werkzeugkoffer saß trotz seines Gewichts von sieben Kilogramm gut und sicher.

Vaude Free Cargo: Größere Lasten passen nur, wenn die Tasche leer ist
Foto: Markus Linden / DER SPIEGELDie Lasche hat außen eine kleine, mit einem Reißverschluss versehene Tasche für flache Gegenstände. Sie lässt sich jedoch nur nutzen, wenn die Lasche nicht für Lasten benötigt wird.
Fazit: Die Free Cargo überzeugt mit ihrer Doppelfunktion: Als herkömmliche, wasserdichte Gepäckträgertasche lässt sie sich für Einkäufe oder Ausflüge nutzen. Bei größeren Lasten, die ihr Fassungsvermögen überschreiten, kommt die Lasche mit den Gurten zum Einsatz. Störend sind die umständlichen Klemmen der Gurte.
Red Rebane Exo Easy und Exo Max

Nur rund 700 Gramm wiegt die kleinere der beiden Varianten: die Exo Easy. Hängt sie zusammengeklappt am Gepäckträger, ist sie nicht einmal vier Zentimeter dick – und stört so nicht während der Fahrt.
Setzt man einen Karton oder andere sperrige Lasten ein, muss man nur die Spanngurte aufziehen und die mit einem Klettverschluss zusammengehaltenen Seitenteile öffnen. An zwei Ringen zieht man die Gurte wieder fest. Ausprobiert haben wir das mit verschiedenen Kartons und einem Werkzeugkoffer. Hat man die Fracht entnommen, lässt sich die Konstruktion leicht wieder zusammenklappen: In der Mitte die Gurte zusammenziehen und unten den Boden mit dem Klett zusammendrücken.
Die größere Exo Max hat zusätzlich unten Spanngurte, sodass kopflastige Gegenstände wie der Bass in unserem Test sicher befestigt werden können. Die Max-Variante bietet noch ein paar Zentimeter mehr Spielraum für größere Kartons, wiegt aber mit 870 Gramm auch mehr als die kleinere Easy. Eine Verschlussklappe bedeckt die Gurte, aber ganz so easy wie beim Easy ist es nicht, die Fracht zu verstauen. Die zusätzliche Sicherung macht das Handling komplizierter. Optional kann die Max mit Rucksackträgern ausgerüstet werden, um die Fracht auf den Rücken zu schnallen.

Exo Max: Selbst Musikinstrumente passen hinein. Unser Bassist würde allerdings nie ohne Schutzhülle reisen
Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGELBeide Versionen werden mit der Halterung von Klickfix am Gepäckträger angebracht. Für beide gibt es optional leichte Taschen, die innen eingehängt werden. Ebenfalls optional ist ein Kabelschloss, um die Exo am Rad zu sichern.
Fazit: Die Exo ist eine variable Transporthilfe, die Kartons, aber auch andere Gegenstände aufnimmt.
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Red Rebane Exo Easy und Exo Max
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Pikapak
Der Pikapak von Unternehmerin Desirée Schmitz ist ein Tragesystem für den Transport von Kartons auf dem Rücken. Es besteht aus zwei Rucksackgurten, die mit einem dritten Gurt für den Karton verbunden sind. Dieser Gurt wird mit einer Klettverbindung verschlossen und läuft dann als Band einmal um den Karton herum. Für einen sicheren Sitz sollte der Karton exakt in der Mitte des Bandes platziert werden. Legt man das Gurtsystem auf eine ebene Fläche, so kann man den Karton mit seiner Mitte auf das aufgenähte »X« legen und dann das Band festziehen.
Die Rucksackgurte haben zwei kleine Polster für die Schultern und können in der Länge verstellt werden. Den Komfort eines Fahrradrucksacks darf man aber nicht erwarten: Die Polster sind dünn und verrutschen gern.
Im Test saß ein Karton in der Größe von 57 × 38 × 19 Zentimetern sicher auf dem Rücken und störte beim Radeln nicht zu sehr. Im Vergleich zu den anderen Systemen eignet sich der Pikapak nicht für lange Strecken. Und allzu schwer sollte der Karton auch nicht sein. Werkzeugkoffer oder andere schwere Lasten kann man mit dem Pikapak nicht sicher transportieren.

Pikapak im Beutel: Passt in die Gepäckträgertasche
Foto: Markus Linden / DER SPIEGELDen Pikapak gibt es in zwei Varianten. Der etwas günstigere »One« hat rote Bänder und kommt mit kurzen Tragegurten. Die von uns getestete Version »2.0 Super Set« ist neongelb, kann mit längeren Tragegurten flexibler eingestellt werden und wird in einem Aufbewahrungsbeutel geliefert. Denn das ist der Vorteil des Pikapak: Er lässt sich klein zusammenlegen und wiegt mit 290 Gramm recht wenig.
Fazit: Geht es nur um den Transport von Kartons zur Packstation, dann ist der Pikapak eine praktikable Lösung – wenn der betreffende Karton nicht zu groß oder schwer ist.
Vaude Urban Cargo

Die Urban Cargo ist eine Mischung aus Gepäckträgertasche und Fahrradkorb. Sie besteht aus zwei Teilen: einem wasserdichten Transportbeutel, der rund 25 Liter Volumen hat und per Rollverschluss geschlossen wird. Und aus einer Art Korb, der mit Vaudes Taschenträgersystem am Gepäckträger eingehängt wird.
Der Rücken des Korbs besteht aus einer festen Platte und hängt stabil. Auch der eigentliche Korb ist nur leicht flexibel. Oben lässt er sich mit einer Schnalle öffnen und in der Größe verstellen. Das hilft, um den Transportbeutel leichter einsetzen und dann sicher fixieren zu können. Beim Transport von anderen Gegenständen ist man jedoch durch die geringen Verstellmöglichkeiten eingeschränkt.
Einen Karton in der Größe von 33 × 20 × 24 Zentimetern konnten wir gut transportieren. Deutlich größere passen nicht hinein. Auch bei den Werkzeugkoffern war schnell Schluss: Ein kleinerer passte, der Winkelschleifer mit zwei Akkus und Ladegerät nicht mehr.
Fazit: Die Urban Cargo profitiert von Vaudes guter, anschließbarer Gepäckträgerhalterung. Das flexible System mit Korb und Beutel ist für einige Einsatzzwecke eine Alternative zur Gepäckträgertasche, fasst aber nur kleine Kartons.




















